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Wickelunterlage selbst nähen

Bei einem befreundeten Pärchen hat die Mama eine Wickelunterlage für unterwegs genäht, und das fand ich so toll, dass ich auch eine machen wollte.

Das Tolle an dieser Wickelunterlage ist, dass sie mehrlagig ist, somit auch weicher ist, und ein Wickeln der Kinder nicht auf total hartem Untergrund stattfinden muss, wenn ein Wickeltisch in weiter Ferne ist.

Ich habe mich für ein quadratisches Format entschieden, weil ich da immer noch die Wegwerf-Wickelunterlage als Schutz darauf legen möchte.


Zuschnitt

Daher habe ich meine Stoffe
– Außenseite der Wickelunterlage mit Motiv
– Volumenvlies 10 mm als Zwischenlage
– Frotteestoff für innen, wo auch die Wegwerf-Wickelunterlage draufgelegt wird und das Baby gewickelt werden kann
auf 65 x 65 cm zugeschnitten, damit eine 60 x 60 cm Wegwerf-Wickelunterlage da auch draufpasst.

Für die Schnürbänder habe ich einen für mich einfachen Stoff gewählt (kariert), da kann ich ohne Probleme entlang schneiden, ohne schief zu schneiden (mein Motto hierzu: so einfach und gelingsicher wie möglich). Dieses habe ich 6 cm breit geschnitten und die Länge habe ich angepasst, so dass ich die zusammengefaltete Wickelunterlage gut zusammenbinden kann.


Bänder

Wer 6 cm breite Streifen schneidet, bekommt 1,5 cm breite fertige Streifen, sofern das Band genauso genäht wird, wie ich das gemacht habe. Sprich: die fertige/gewünschte Bandbreite x 4, und dann wisst ihr, wie breit ihr den Stoff zuschneiden müsst.

Dieser Bänderstoff wird in der Mitte gefaltet (gerne auch gebügelt, dann ist es noch leichter), und die beiden Außenkanten werden dann zur Mitte hin gelegt, so dass erneut ein „Knick“ entsteht – siehe Bilder:
Schritt 1 zeigt die Knicke des Bandes
Schritt 2 zeigt, wie die Kanten in die Mitte gelegt werden
Schritt 3 zeigt, wie es von der Seite/vorne aussieht, wenn es zusammengelegt wurde und festgesteckt ist
Schritt 4 zeigt, wo die Naht angesetzt werden muss, und zwar dort, wo der Stoff zusammengelegt wurde, damit das Band auch fest vernäht ist

Die Enden vom Band müssen noch vernäht werden, weil sonst kann der Stoff ausfransen und es sieht auch nicht so schön aus.

Da ich ja kein so ein großer Freund von Herumtüfteln und Umdrehen von Bändern bin, entweder herrscht Verzweiflung, weil zu schmal genäht, oder es lässt sich gar nicht umdrehen, oder nur mit sehr viel Mühe und Schweiß, habe ich mich dafür entschieden, eine optisch wahrnehmbare Naht zu haben. Ist einfacher und außerdem ist es selbstgemacht, für meine Ansprüche reicht es 😉 Daher, sobald die Bänderstoffe richtig gefaltet sind, die Naht bitte so nah wie möglich an den Rand legen, damit das eng zusammenbleibt und nicht auseinandergeht.


Stoffe zusammennähen bzw. Fertigstellen

Jetzt gibt es zwei Möglichkeiten, ich beschreibe zuerst die Vorgehensweise, wie ich es gemacht habe, ohne nachzudenken, geht aber auch eventuell einfacher.

Version 1
Ich habe zuerst den Frotteestoff mit dem Volumenvlies füßchenbreit zusammengenäht, da muss man nicht darauf achten, ob es rechts auf rechts liegt, da beide Seiten gleich aussehen 😉

Anschließend habe ich den Frotteestoff (entspricht der „rechten“ Seite des Doppelstoffes) rechts auf rechts mit dem Motivstoff gelegt, da es ja noch umgedreht werden muss. Doppelt genäht hält besser (man kann sich diesen Schritt aber auch sparen).

Hier habe ich das Bändchen in der Mitte zusammengelegt, und zwar nicht in der Mitte einer Stofflänge gelegt, sondern genau auf Höhe 1/4 der Gesamtlänge.
Das hat den Grund, weil ich die Wickelunterlage einmal in der Mitte falte, und dann erst zusammenbinde, daher brauche ich die Bänder bei der Hälfte der Hälfte. Ist das verständlich?

Hier ist wichtig, dass sich die Bänder zwischen den Stoffen, die rechts auf rechts liegen, befinden, und nach innen zeigen, weil sie dann beim Umstülpen nach außen schauen müssen.
Da ich nur ein langes Band verwendet habe, habe ich es in der Mitte zusammengelegt, und über diese Mitte genäht.

Wenn alles richtig zusammengesteckt ist (ich hoffe, es ist auf den Fotos ersichtlich, was ich mit „Band muss nach innen schauen“ gemeint ist), kann es mit dem Nähen losgehen, ich habe wieder füßchenbreit vom Rand genäht. Hier bitte aufpassen, das Ganze muss noch umgedreht werden, daher bitte nicht komplett einmal rundherum nähen, sondern eine Stelle offen lassen.

Nach dem Umdrehen wird die offene Stelle mit Matratzenstich fertiggenäht.

Version 2
Hier wird nur der Schritt reduziert, den Frotteestoff mit dem Volumenvlies zusammenzunähen, um erst danach den Motivstoff mit zu vernähen.
Dabei muss der Frotteestoff und der Motivstoff (rechte Seite) aufeinanderliegen, und das Volumenvlies kann dann entweder an den Frotteestoff oder den Motivstoff gesteckt werden.
Auch hier gilt wieder, das Band muss zwischen Motivstoff und Frotteestoff nach innen gelegt schauen, damit es beim Umdrehen außen zum Zubinden ist.

Ich hoffe das ist alles einigermaßen nachvollziehbar, ich habe es mal versucht, bei den Fotos darzustellen.

Sollten Fragen sein, einfach nachfragen 😉

1 Kommentare

  1. Peter sagt

    Wow, super Anleitung und eine tolle Idee! Meine Frau hat erst durch unseren Sohn die Ruhe und die Muse gefunden und das Nähen kennengelernt. Diese Unterlage ist echt klasse, ich werde ihr vorschlagen, für unseren Kleinen so etwas anzufertigen. Bei Erfolg melde ich mich gerne nochmal 🙂

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